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Südburgenland: Mit dem E-Bike ins Paradies

Burgenland.

Menschenleere Feldwege, idyllische Buschenschanken, süße Versuchungen und eine interessante Zeitreise: Im Südburgenland habe ich mit zwei Pedalen und elektrischen Rückenwind das "Paradies" entdeckt.

In Hagensdorf bei Güssing sagen sich wirklich Fuchs und Henne gute Nacht. Zumindest die Hennen habe dort ich häufig gehört. Eine schnurgerade Dorfstraße, eine Kirche, jede Menge Feldwege, wo u. a.  Mais wächst und mittendrein ein unerwartet feines Hotel: Der Schwabenhof  - ein Rückzugsort mit herrlichem burgenländisch-ungarischen Essen, schönen Zimmern zum Wohlfühlen und sonst - einfach nichts los.

Abgeschiedene Idylle: Hotel Schwabenhof (Foto: Schwabenhof)
Abgeschiedene Idylle: Hotel Schwabenhof (Foto: Schwabenhof)

Runterkommen, abschalten - ist hier die Devise. Und: Radeln. Die Hoteliers-Familie ist Mitglied der e-Bike-Initiative "E-bike Paradies Südburgenland" und verleiht als solches Drahtesel mit zuschaltbarem "Rückenwind". Und das habe zwei 'Tage getestet.

Herrlich - wenn man einen ganzen Tag mit geringer Anstrengung durch verlassene Gegenden radelt und dabei kaum auf Menschen trifft. Sogar die Weinidylle-Route war bei meinem Besuch  menschenleer. Was den Nachteil hat, dass es - im Gegensatz etwa zur Steirischen Weinstraße - gar nicht einfach ist, ein offene Buschenschank zu entdecken.

Zum Glück gibt's den Buschenschank-Kalender, und so bin ich im Uhudler-Dorf Heiligenbrunn beim Buschenschank Heindl fündig geworden: hier gibt's deftige Jausnbrote, Aufstriche, selbst gebackenes Brot, feine Weine und natürlich den Uhudler. Den nur im Burgenland angebauten säurebetonten Wein sollten Sie probieren, solange es ihn noch gibt - es gibt Tendenzen, den Uhudler ab 2030 wieder zu verbieten.

Besonders schön ist die Radroute zum Schwabenhof - hügelig, waldig, mit Ausblick nach Ungarn - Entschleunigung pur!

Ein Kontrastprogramm dazu ist der "Grenzerfahrungsweg" in Bildein - hier bin ich auf den Spuren des ehemaligen "Eisernen Vorhanges"  geradelt. Eine emotionale Erfahrung ist der Spaziergang zu einem Stück Stacheldraht - so wie er damals die Grenze zwischen Kommunismus und westlicher Welt dicht gemacht hat - mit verminten Feldern, Wachtürmen, Scharfschützen. Erschütternd, dass solche zäune zumindest in Ansätzen wieder in Europa salonfähig geworden sind.

 Behaglicher sind die Radrouten etwa nach Güssing oder den Öko-Energieland-Radweg entlang mit seinen imposanten Installationen zum Thema Ökoenergie. Das Dorf Heiligenbrunn ist nicht nur wegen des Uhudler ein Besuch wert, hier stehen auch die uralten strohgedeckten Weinkeller aus dem 18. Jahrhundert - ein weltweites Unikat!

Erschütternd: Rekonstruktion des "Eisernen Vorhangs" beim Grenzerfahrungsweg (Foto: Wikipedia)
Erschütternd: Rekonstruktion des "Eisernen Vorhangs" beim Grenzerfahrungsweg (Foto: Wikipedia)

Meine Geheimtipps

Uhudler-Feste und e-Bike-Rundreisen

Uhudler-Feste

In der historischen Kellergasse von Heiligenbrunn finden mehrmals im Jahr stimmungsvolle Feste statt. Programm:

www.kellerviertel-heiligenbrunn.at

 

E-Bike-Reisen

Insgesamt gibt's im "Paradies" 260 Kilometer Radwege. Der Oberwarter Veranstalter Fox Tours bietet Kurztrips mit Leih-e-Bikes, Übernachtungen in schönen Unterkünften wie dem Schwabenhof, kleinen Extras wie einer Weinverkostung und Genuss-Gutscheinen für regionale Produkte an - ab 95 € p. P. für zwei Tage inkl. Schmankerljause.

Details: www.ebikesuedburgenland.at

 

Weitere Infos:

www.schwabenhof.at

www.ein-stueck-vom-paradies.at



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Ich bin freier Reise- und Videojournalist mit Leib und Seele und Marketing-Experte für Tourismus. Ich war 23 Jahre lang Reise-Redakteur bei der österreichischen Tageszeitung KURIER und produziere seit 2015  Video-Reportagen mit vielen Insider-Tipps auf eigenen Kanälen.

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