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Unbekanntes Polen: 5 Gründe, warum Du ins Lebuser Land reisen solltest

Lebuser Land

Lebuser Land? Nie zuvor gehört. Lubuskie heißt dieser unbekannte Landstrich auf Polnisch und liegt ganz nahe der deutschen Grenze, etwa zwei Autostunden von Berlin entfernt. Ich habe die "kleinen Masuren" mit dem Auto ab Wien erforscht. Warum sich die Reise ausgezahlt hat, verrate ich Euch hier:

1. Die Zeit ist hier stehen geblieben

Nicht ganz sieben Stunden habe ich von Wien zu meinem ersten Ziel, dem Landgut Wiechlice (Schloss Wichelsdorf), gebraucht: über Prag, Reichenberg und Görlitz via Tschechien und einem kleinen Stück Deutschland direkt ins zauberhafte Lebuser Land. Auf Straßen, die besser sind als man in Polen vielleicht vermuten würde: Autobahnen, Schnellstraßen und durchaus passable Landstraßen führen mich in die Region Lubuskie. Am Ziel angelangt, tauche ich in ein herrlich verschlafenes Nest ein. Im Landgut Wiechlice (zu Deutsch Schloss Wichelsdorf), und nicht nur dort, ist die Zeit stehen geblieben. Kein Stress, ein wunderschöner Garten zum Runterkommen. Feines Essen, ein wohltuender Spa, ein Badeteich... und in der Umgebung sagen sich Fuchs und Henne gute Nacht. Burnout-Prävention auf Polnisch.

2. Natur pur: So habe ich Kühe und Pferde noch nicht gesehen

Die beeindruckendste Etappe meine Reise ist für mich die "Vogelrepublik"[nbsp]Słońsk. Nicht nur weil mir die seltsamen polnischen Buchstaben - etwa ein durchgestrichenes L - und die damit verbundene Aussprache spanisch vorkommen. "Swouansk" oder so ähnlich spricht man diesen Ort aus, und verbirgt einiges Erstaunliches sowie Bemerkenswertes. Die Natur an der Mündung des Flusses Warthe hat mich fasziniert: ein verzweigtes Fluss-System mit einem Überschwemmungsgebiet aus kleinen Inselchen, Seerosen, Bäume, ein historisches Pumpwerk zur Flussregulierung, das immer noch funktioniert. Und Wild life auf Europäisch, wie ich es noch nicht gesehen habe. Kühe - haben wir natürlich daheim auch, aber eine Rinderherde, die mit ihren Kälbern durchs Wasser watet, um von einem Inselchen zum anderen zu gelangen, und wir beobachten sie hautnah von unserem Kanu aus - das kennen wir Alpenrepublikaner so nicht! Ein ähnliches Bild auf der Nachbarinsel: Hier relaxen Pferde - und die Fohlen schlummern im Liegen. Sieht man in quasi freier Wildbahn auch eher selten.

Dabei spielen Kühe und Pferde in Slonsk gar nicht die Hauptrolle - denn hier wurde die "Republik der Vögel" ausgerufen, und Präsidentin Izabella Engel überreicht mir persönlich den Reisepass, ehe sie mit mir die Vogelwelt erkundet.

Info: https://www.pnujsciewarty.gov.pl/lang,3

https://www.hoopoe.com.pl/de/

3. Kuriose Baudenkmäler - ein Turm wie aus London, eine Ruine als Holland-Kopie

Das Städtchen Slonsk unweit des Naturparks hat aber auch Kulturdenkmäler aufzuweisen, die fast wie überdimensionierte Fremdkörper in dem sonst recht beschaulichen Dorf wirken - eine etwas groß geratene Kirche mit einem Turm, der an die Londoner Westminster Abbey erinnert, und eine Schlossruine, die einst nach holländischem Vorbild errichtet wurde, und demnächst bautechnisch so abgesichert werden soll, dass hier Kulturveranstaltungen stattfinden können.

4. Seenlandschaft für Romantiker und Wassersportler

Mein Insider-Tipp für Romantiker, Verliebte und Ruhesuchende: Spätestens in Lagow wird mir klar, warum das Lebuser Land auch die "kleinen Mazuren" genannt wird - wegen die vielen idyllischen Seen. In der "Perle des Lebuser Landes" gibt es gleich zwei davon. Den besten Blick hat man vom Turm der Burg mitten in der kleinsten Stadt im Norden Polens.

 

Info: www.lagow.pl

Dieser See begeistert Wassersportler und Entdecker gleichermaßen: Der Lipie-See ist einerseits ein Naturparadies, andererseits geht am Strand vor dem "Pensjonat Dlugie" an heißen Sommertagen die Post ab - Baden, Partystimmung, Taucher, Segler, Bootfahrer... hier befindet sich quasi das Wassersportzentrum des Lebuser Landes. An jenem Frühsommertag, an dem ich den See erforscht habe, waren die Wolken in der Überzahl - und ich fast allein am Strand.

5. Feudaler Luxus für ganz wenig Geld

Ein luxuriöses Schlosshotel für eine Nacht zu zweit schon um 120 € - so ein günstiges Top-Quartier wird man in Österreich lange suchen. Das Palais Mierzecin ist ein feudales Anwesen aus dem 19. Jahrhundert. Hier werde ich nach Strich und Faden verwöhnt: Feines Essen im Restaurant, das in einer ehemaligen mit Dampf betriebenen Destillerie untergebracht ist - Teile der Dampfmaschine gehören heute zum[nbsp] stimmungsvollen Interieur. Ein Spa, der auch hohen Ansprüchen gerecht wird. Ein riesiger Schlosspark mit Teichen und Wald. Ein eigener Weingarten und ein gemütlicher Weinkeller, in dem man die Weine verkosten kann. Eine Bowlinganlage... und regelmäßig exquisite Veranstaltungen - von der Oldtimer Show bis zum Fest der Pferde machen das Areal zum Hotel-Gesamtkunstwerk.

 

Info: https://www.palacmierzecin.pl/en/

Info

Anreise: 

Mit Flug nach Berlin und Mietauto, ca. 2 Stunden Fahrt von Berlin ins Lebuser Land.

 

Mit dem Auto:

 

 

 Währung  & Geld: 

1 Polnischer Zloty = ca. 0,23 €. In den größeren Orten sind internationale Geldautomaten vorhanden. Viele Hotels und Restaurants akzeptieren Kreditkarten.

 

Verständigung: 

Viele Einheimische sprechen Deutsch oder Englisch.

 

Weitere Infos über das Lebuserland auf meinem Reisechannel bei den Salzburger Nachrichten

www.polen.travel

lubuskie.pl 

Hotel-TippS

5 Insider-Adressen für Polen-Entdecker

1. Palac Mierzęcin - die beste Adresse im Lebuser Land

Für gerade einmal 120 € pro Nacht könnt Ihr hier zu Zweit einen wahrlich fürstlichen Aufenthalt (inklusive Frühstück) verbringen. Ihr wohnt in einem Schloss aus dem 19. Jahrhundert, das liebevoll renoviert und geschmackvoll eingerichtet wurde. Im Schloss selbst ist das Interieur eher klassisch, im Nebengebäude könnt Ihr in schickem Design nächtigen.

Das Anwesen verfügt über einen riesigen Garten mit Teichlandschaft. Es gibt einen feinen Spa - und ein ebensolches Restaurant. Details im Video.

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2. Schloss Wiechelsdorf: Ein verträumtes Landgut, wo angeblich Napoleon nächtigte

Dieses Landschloss ist nicht ganz so feudal wie das Palais Mierzęcin, aber hat dafür einen sehr persönlichen, ländlichen Touch. Der hemdsärmelige Besitzer hat das Schloss in Eigenregie restauriert - und zeigt gerne wie es früher ausgesehen hat. Auch das Schloss Wiechelsdorf hat einen wunderschönen Garten, sogar mit Badeteich, kleinem Weingarten und gemütlichen Liegen. Cool sind die riesigen Fahrräder, mit denen Mutige eine Runde drehen können. Da müsst Ihr aber schwindelfrei sein.

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3. Łagów: Pension Smreka

Familie Camer hat mich in ihrer einfachen, aber sehr sympathischen Pension mit einem liebevoll angerichteten Frühstück verwöhnt. Fußläufig in wenigen Minuten von der Altstadt von[nbsp]Łagów entfernt.

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4. Słońsk: Wohnen im Naturparadies

Im ehemaligen Haus des Pumpenwärters wohne ich direkt neben dem Naturparkbüro der Präsidentin der „Vogel-Republik" Izabella Engel. Ich werde mit Vogelgezwitscher geweckt, und Frau Engel verwöhnt mich mit einem herzhaften Frühstück. Von hier aus starten auch Vogelexkursionen und Kanufahrten. Die perfekte Adresse für Naturfans.

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5. Długie: Hotel mit Seeblick

Cool, modern, nette Bar, Pizza und Bier: Im Pensjonat Długie werden Wassersportler und Leute, die Beach &  Party-Feeling wollen, glücklich.

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Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Helmut Posch (Sonntag, 08 August 2021 13:04)

    Sehr schöner und interessanter Reisebericht. Einzig die lange deutsche Vergangenheit wird leider nicht erwähnt und das wäre gerade für die Jungen sehr wichtig.

  • #2

    Claudius Rajchl (Mittwoch, 01 September 2021 09:27)

    Danke für Ihren Kommentar! Unsere Reise hatte den Schwerpunkt Natur - daher stand das Thema Geschichte nicht im Mittelpunkt. Vielleicht ergibt sich ja mal eine Polen-Reise unter diesem Gesichtspunkt.

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Ich bin freier Reise- und Videojournalist mit Leib und Seele und Marketing-Experte für Tourismus. Ich war 23 Jahre lang Reise-Redakteur bei der österreichischen Tageszeitung KURIER und produziere seit 2015  Video-Reportagen mit vielen Insider-Tipps auf eigenen Kanälen.

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