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Ras Al Khaimah: 7 Tipps und wundersame Geschichten aus dem unbekannten Emirat

Ich war in Dubai, in Abu Dhabi, im Oman. Aber Ras Al Khaimah? Davon habe ich zuvor noch nie etwas gehört. Bis ich kürzlich ins nördlichste Emirat reisen durfte, das kleiner als Osttirol ist. Zum Glück! Denn hier habe ich sieben wundersame Geschichten erlebt. Dass mir Emirati Abdullah zu meiner ersten selbst entdeckten Perle verholfen hat, ist nicht das spekakulärste Abenteuer gewesen.

von Claudius Rajchl (Kommentare: 1)

Ras Al Khaimah: 7 Tipps und wundersame Geschichten aus dem unbekannten Emirat

Dubai steht für Luxus, gigantomanische Hochhäuser, verrückte Attraktionen wie eine Indoor-Skihalle, den höchsten Turm der Welt und eine künstliche Insel in Palmenform. Abu Dhabi setzt auf Formel 1 und Kultur. Und Ras al Khaimah? - Das kleine Emirat, das zu Deutsch so viel wie "Zeltspitze" heißt, ist so ganz anders als seine Nachbarn.

Nur etwa eine Dreiviertelstunde vom Flughafen Dubai entfernt, tauche ich hier in eine völlig andere Welt ein: Viel weniger Hochhäuser, dafür eine legere Uferpromenade, feine Luxushotels renommierter Ketten wie The Ritz Carlton oder Waldorf Astoria, die den Unterkünften in Dubai in nichts nachstehen. Und dann wartet Ras Al Khaimah mit Naturerlebnissen und Abenteuern auf, die es so in keinem anderen Emirat gibt.

Hier meine sieben wundersamen Erlebnisse, die vielleicht ein bisschen an Tausendundeine Nacht erinnern:

1. Eggs Benedict und ein kuschelweiches Krokodil am Zimmer

Fangen wir mit den Hotels an. Vier Top-Hotels habe ich besucht, mein persönlicher Favorit ist aber das Waldorf Astoria Ras al Khaimah

Wie Ihr im Video sehen könnt, ist schon der Eingangsbereich bombastisch. Da fühle ich mich gleich wie ein Scheich. Die Lobby ist piekfein, modern und elegant zu gleich. Edelste Materialien! Und das Service der Mitarbeiter wird dieser Kulisse gerecht. Erstaunlich, wie sich der Liftboy gleich meinen Namen gemerkt hat. Mein Zimmer ist edel und mit vielen überraschenden Extras ausgestattet. Zum Beispiel mit Kapsel-Kaffeemaschine, USB-Anschlüssen und Adapter für europäische Stecker, eine Musikanlage und ein eigenes zweites TV-Gerät bei der Badewanner. Mit wasserdichter Fernbedienung.

Mein aus Indien stammender Service-Mann dürfte Hobbykünstler sein, denn er bastelt mir aus Handtüchern ein Krokodil, das er mit Blüten bestreut. Lieb. Wäre ich mit meiner Freundin da, würde das den Romantik-Faktor heben, aber ich bin ja zum Arbeiten da.

Die Bar, der feine Sandstrand, der Pool, die Liegen - alles wird höchsten Ansprüchen eines Luxushotels vom Namen Waldorf Astoria gerecht. Und dann das Essen: Unglaubliche Vielfalt vom Frühstück bis zum Abendessen. Da gibt's sogar Schweinefleisch trotz muslimischer Sitten. Feinst geschnittener Rohschinken zum Beispiel. Ein Gedicht sind auch die Steaks im Grill-Restaurant. Beim Frühstück werde ich - wieder von einem besonders umsichtigen Inder - mit einer Überraschung verwöhnt: Er geht mit einem Tablett frischer Eggs Benedict durch - und offeriert mir eines unbestellt. Das sind Aufmerksamkeiten, die in Erinnerung bleiben!

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2. Mein Privat-Pool in der Wüste

 

Das Personal von The Ritz Carlton Ras Al Khaimah, Al Wadi Desert hat sich bei meinem Besuch nicht ganz so zuvorkommend gezeigt wie im Waldorf Astoria, aber auch dieses Luxushotel der renommierten Hotelkette kann sich sehen lassen. Der absolute Pluspunkt dieses Top-Resorts ist seine Lage: Mitten in der Wüste! Hier habe ich meinen eigenen Privatpool mit Blick auf die Wüste, wo oft Kamele und Antilopen vorbei kommen.  Toll ist auch der "Regenwald Spa" mit schönen Sauna-Bereichen, Indoor-Pool und diversen Anwendungen.

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3. Wie ich dank Abdullah meine erste Perle fand

Abdullah Al Suwaidi ist ein feiner Mann. Und ein Showmensch. In perfektem Englisch räsoniert über Perlen und Frauen, erzählt, dass seine Arbeit nur einem Ziel diene - Frauen glücklich zu machen. Und er zeigt mir auf seiner schwimmenden Produktionsstätte in der Lagune von Ras Al Khaimah alles über die Perlenzucht. Abdullah ist zu Recht stolz darauf, dass er hier eine alte Tradition der Emirati weiterführen darf. Rund um die Perlenfarm werden Austern gezüchtet. Aber nicht aus kulinarischen Gründen, sondern einzig und allein, um aus Ihnen Perlen herauszuholen. Dafür werden sie mit winzigen Fremdkörpern geimpft, die im Inneren der Austern die Perlen entstehen lassen. Dadurch wird dem Zufall nachgeholfen, in 80 Prozent der Austern bildet sich eine Perle.

Abdullah fordert mich auf, in einem Aquarium mit der Hand nach einer Auster zu fischen. Er öffnet die Meeresfrucht - und siehe da: ich habe meine erste Perle entdeckt.

Nun bittet mich der Emirati auf dem Boden Platz zu nehmen, und er zeigt weiht mich in die Geheimnisse des Perlenhandels ein. Perlen werden nie mit Gewichten gewogen, sondern mit Edelsteinen als Gegengewicht. Und neben dem Gewicht sind Form und Reinheit entscheidend. Abdullah zieht dazu ein uraltes Buch heran. Schließlich zeigt er mir seinen besonderen Schatz: Eine Perlenkette, die aus reinen formvollendeten Perlen besteht. Seht Ihr hier im zweiten Teil des Videos:

 

4. Kamele, Flamingos und ich

Ein beeindruckendes Feeling von "Universum live" darf ich bei meinem Boottrip durch die Mangroven erleben: Sanft gleitet unser Boot durch den Wald im Wasser, Vogelgezwitscher begleitet uns, allerlei Vogelarten nehmen von uns erst im letzten Moment Notiz, indem sie sich vor uns mit einem Flügelschlag in Sicherheit bringen. Ebenso beeindruckende Szenen erleben wir, als wir die Mangroven verlassen und rechter Hand die Wüste nahtlos in die Lagune über geht: Kamele suchen im Sand nach Nahrung, eine Flamingo-Kolonie stapft unbeeindruckt umher, bis sie sich - wie auf Kommando - gleichzeitig in die Lüfte erhebt.  So bin ich ganz im Jetzt - wunderbar! 

5. Öko-Klimaanlage der Scheichs und ein Sombrero fürs Essen

Ziemlich überrascht war ich von der gleichnamigen Hauptstadt des Emirats: Ras Al Khaimah ist viel entspannter als Dubai, wo man hauptsächlich mit dem Auto unterwegs ist und das Alltagsleben ziemlich geschäftig ist. In Ras Al Khaimah spazieren die Bewohner auf der Kilometer langen Uferpromenade, Kinder spielen, es gemütliche Cafés und Lokale. In der Altstadt zeigt mir der Archäologe Christian Velde, ein gebürtiger Deutscher, eine wahrlich ökologische Klimaanlage der Scheichs, die schon im Mittelalter bestens funktioniert hat: den Windturm des Forts, einst Befestigungsanlage und Wohnsitz der Scheichfamilie, heute Nationalmuseum. Eine ausgeklügelte Dachkonstruktion bewirkt, dass im Turm den ganzen Tag ein angenehmes Lüfterl weht. Eine wahre Wohltat an heißen Sommertagen.

Christian führt mich zu den Highlights des Museums (diverse Ausgrabungen) und zu einem Kuriosum: einem riesigen Sombrero. "Wie kommt der nach Ras al Khaimah?" will ich wissen. "Das ist kein Sombrero, sondern eine Speisenhaube. So hat man die Gerichte warm gehalten und vor Fliegen geschützt." Ein nettes kleines Museum - und ein beschaulicher Platz mit schönem Innenhof. Christian weiß viele Geschichten zu erzählen und kennt auch viele Geheimtipps, da er schon etliche Jahre in Ras Al Khaimah lebt. Ein Treffen mit ihm zahlt sich also aus.

 

6. Mein Bier & Wein-Geheimtipp 

Diesen Insider-Tipp habe ich zum Beispiel von Christian: Alkoholische Getränke sind in den Emiraten generell sehr teuer. In Dubai bekommt man Alkohol als Aussländer nur in Hotels, wo ein Bier schon 12 bis 14 Euro kosten kann. In Ras al Khaimah  geht es lockerer Zu. Hier gibt's in der Nähe des Waldorf Astoria Hotels in Al Hamra den Liquor Store von Spinneys Supermarket. Hinter verklebten Fenstern werden europäisches Bier, kalifornische Weine und internationale Spirituosen zu beinahe österreichischen Preisen verkauft.

7. Als lebende Gondel mit Tempo 150 2,8 Kilometer in die Tiefe

Das aufregendste Abenteuer habe ich schließlich auf dem höchsten Berg der Emirate erlebt - dem Jebel Jais (mehr als 1.800 m): Hier befindet sich die längste Zipline der Welt. So eine Art Flying Fox, wie es sie in heimischen Klettergärten gibt: Seile, an denen man an Karabinerhaken ins Tal gleiten kann. Nur viel viel länger und viel viel höher als im Klettergarten. Beim Anblick der „Bergstation“ fällt mir sofort die Dachstein-Seilbahn ein, die ohne einzigen Zwischenpfeiler vom Gletscher ins Tal führt.

Da stehe ich nun also, ausgestattet mit einer dicken Schutzschürze, mehreren Karabinerhaken, Sturzhelm, GoPro am Kopf und – Haarnetz unterm Helm. Vermutlich damit mein schütteres Haupthaar nicht zerzaust wird.

Eine Action-Cam bekommt übrigens jeder Wagemutige aufgesetzt, damit er den einmaligen Flug aufnehmen und seinen Lieben daheim schicken kann. Die Speicherkarte mit den Aufnahmen darf man mitnehmen.

Eine kurze Instruktion, der Puls steigt, schon werde ich buchstäblich in Schieflage gebracht und aufs Seil gehängt. Ich fühle mich wie eine Seilbahn. „Are you ready?“ ruft der Zipline-Mitarbeiter. „Jaaaaa!“ schreit die aufgeregte „Gondel“ – und los geht’s. 2,8 Kilometer in die Tiefe! Mit 150 km/h!!! – Wie ich das er- und überlebt habe, siehst Du im Video.

 

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Infos über Ras Al Khaimah

Visit Ras Al Khaimah (offizielle Tourismus-Seite)

enjoyRasAlKhaimah (Orient-Experte enjoy Reisen)

 

 

 

Kommentare

Kommentar von AdPoint GmbH |

Super toller Beitrag mit vielen Tipps und Informationen. Die Videos sind echt klasse, da möchte man doch gleich in den Urlaub und ab ins Emirat.

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