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Thüringen

Weimar, Jena, Leuchtenburg: 8 Sehenswürdigkeiten, die mir am besten gefallen haben

Eine erstaunliche Rokoko-Bibliothek in Weimar, allerlei Kuriositäten rund um Glas und Licht in Jena und die verrückteste Ausstellung seit Erfindung des Porzellans - das sind nur drei von vielen Highlights, die ich bei meinem Kurztrip in Thüringen erlebt habe. 

von Claudius Rajchl (Kommentare: 1)

Weimar, Jena, Leuchtenburg: 8 Sehenswürdigkeiten, die mir am besten gefallen haben

Thüringen im Winter - da bin ich fast alleine auf den Spuren des Dichterfürsten. In den Städten Weimar und Jena, wo sich im Sommer viele Besucher drängen, gehören die Straßen, Gassen und die Museen fast mir allein. Nicht einmal für die köstliche Thüringer Bratwurst muss ich mich anstellen.

Hier die acht Lieblings-Highlights meiner Thüringen-Reise:

1. Goethes genialer Arbeitsplatz in Weimar

 

Von außen ist das Gebäude ja recht unscheinbar, aber dass sich im Inneren ein Kulturjuwel befindet, das merke ich gleich beim Eingang: Ein Behälter mit Hauspatschen und das Schild, dass es diese anzuziehen gilt, will man die Herzogin Anna Amaila Bibliothek betreten, machen mir deutlich: Hier ist Ehrfurcht angesagt. Immerhin war hier der Dichterfürst Johann Wolfgang Goethe einst Direktor.

Die Ehrfurcht stellt sich gleich ein, als ich mit dem derzeitigen Direktor Dr. Reinhard Laube den Bibliothekssaal betrete: ein weißer ovaler Raum mit kunstvollen Rokoko-Verzierungen, allerlei Büsten (auch denen von Schiller und Goethe) und noch mehr Büchern. Dr. Laube zeigt mir eines der wertvollsten Schätze: die erste Bibelübersetzung Luthers.

Dass ich dieses kunstvoll gestaltete Meisterwerk sehen darf, verdanke ich einem großen Glück im Unglück: 2004 sind in der Bibliothek bei einem Brand etliche Bücher zum Opfer gefallen. Die Luther-Bibel ist eines von 28.000 Werken, die dank aufwändiger Gefriertrocknung gerettet werden konnten.

Info: : https://www.klassik-stiftung.de/einrichtungen/herzogin-anna-amalia-bibliothek/

 

2. Die Wiege des Bauhaus in Weimar

Die moderne Architektur hat ausgerechnet im klassischen Weimar begonnen - mit der neuen Liebe zu klaren, einfachen Formen, wie sie Walter Gropius, der Begründer des Bauhaus propagiert hat. In der Bauhaus-Unversität ist dieser Geist lebendig, und ich darf mit Studentin Cita Seichter in das große Atelier, wo einst Gropius unterrichtete und immer noch Studenten in Kunst und Architektur unterrichtet werden. Imposant sind z. B. die großen gebogenen Glasfenster, die für revolutionär viel Licht im Atelier sorgten.

Bauhaus-Spaziergänge: https://www.uni-weimar.de/de/universitaet/profil/bauhausatelier/bauhaus-spaziergang/

3. Der Schnapphans von Jena

In der Studentenstadt Jena haben mir meine Guides Christian Hill und Birgit Gudziol etliche kuriose Eigenheiten gezeigt: Auf dem Rathausturm befindet sich zum Beispiel der Schnapphans, der zu jeder vollen Stunde vergeblich nach der goldenen Kugel schnappt. Was für ein Glück: Denn sollte er jemals die Kugel erwischen, wird die Welt untergehen, behaupten zumindest die Jenaer. Die Schnapphanskugel kann man hingegen getrost verzehren. Dei gibt's in der Konditorei Gräfe gleich beim Stadttor.

Eine weitere Besonderheit ist eine Kirchenuhr mit nur einem Stundenzeiger - nicht gerade ein Hilfsmittel für Pünktlichkeit.

Kurios ist auch das Denkmal des Universitäts-Gründers Kurfürst Johann Friedrich I., den die Thüringer liebevoll Hanfried nennen. Hier liegen das ganze Jahr Lorbeerkränze herum, in der Weihnachtszeit auch Adventkränze, einige davon zieren Hanfrieds Arm. Warum das so ist, erklärt mir Christian: "Wer sein Studium erfolgreich absolviert hat, soll zu Ehren Hanfrieds einen Lorbeerkranz werfen, aber einige verfehlen das Ziel."

Infos über Jena: www.jenakultur.de

 

4. Die Schillerlocke ist in Jena süß

Friedrich Schiller hat einige Jahre in Jena gelebt, darum ist auch die Universität nach ihm benannt. Ich habe mich auf die Spuren nach dem großen Dichter und Denker mit den berühmten Locken begeben - und bin fündig geworden:

In seinem idyllischen Gartenhäuschen erfahre ich, warum Schiller immer faule Äpfel bei sich hatte und warum dort mit Sicherheit keine Schillerlocke zu entdecken ist. Mehr im Video.

Die Schillerlocke habe ich später doch noch gefunden - in der Konditorei Gräfe. So werden in Jena Schaumrollen genannt. 

Info: Schillers Gartenhaus

5. Die alten Brillen des Herrn Zeiss

Hübsch und durchaus wieder modern sind die Brillen von Carl Zeiss, die dieser Ende des 19. Jahrhunderts in Jena hergestellt hat. Der Meister-Optiker ist jedoch für bahnbrechende Verfeinerungen der optischen Linsen bekannt - Voraussetzung z. B. für die modernen Mikroskope und Fotoobjektive.

Im Optischen Museum wurde die alte Werkstatt von Meister Zeiss nachgebaut, und Museumspädagogin Alexandra Seefeld führt mir vor, wie schwer die Arbeit damals war. Im Video könnt Ihr es sehen.

 Info: www.optischesmuseum.de

6. Das dienstälteste Planetarium der Welt

Foto: Zeiss Planetarium Jena

 

Da erwacht wieder das Kind in mir: Im dienstältesten Planetarium der Welt staune ich über die Sterne und das Weltall. Technik-Chef Stefan Harniasch zaubert hier den "zweitschönsten" Himmel des Universums auf die Kuppeldecke. Ein Hit für Verliebte: Romantik-Dinner unterm projizierten Sternenhimmel.

Info:  www.planetarium-jena.de

7. Der zweithöchste Hotelturm Deutschlands

 

Schöner wohnen mit Blick auf Jena und das umliegende Hügelland: Der Scala Turm ist ein Relikt aus der DDR-Zeit und im Gegensatz zu manchen anderne kommunistischen Bauten durchaus eine spannende Attraktion. Die Zimmer sind modern designt, und der morgendliche Blick auf die Stadt ist schon sehr nett. Im Restaurant gibt's zu den Ausblicken gehobene Gastronomie.

Info: www.scala-jena.de

8. Die verrückteste Porzellan-Schau der Welt

Zum Abschluss meines Thüringen-Kurztrips ging's nach Seitenroda, etwa eine halbe Autostunde südlich von Jena. Dort thront die mittelalterliche Leuchtenburg majestätisch auf einem Hügel über der Landschaft. Tatort-Fans werden sich an sie erinnern, sie war vor ein paar Wochen Schauplatz für tödliche Intrigen rund um eine Porzellan-Dynastie.

Schon der Ausblick und de idyllische Burggarten ist ein Besuch wert. So eine weitläufige Landschaft bekommen wir von Österreicher von unseren Burgen nicht zu sehen!

Die eigentliche Attraktion sind hier jedoch die Porzellanwelten. Ich bin ja mit geringen Erwartungen rein gegangen, denn Porzellan-Ausstellung klingt mehr nach Gähnen hervorrufende Ansammlung von alten Heferln. Nichts davon auf der Leuchtenburg!  Hier wird die zerbrechliche Kunst als spannende und interaktive Zeitreise zu geheimnisvollen Tieren, in ein Alchemisten-Labor und in eine Wunderkammer, wo Gegenstände plötzlich zu leben beginnen. Ich versuche mich selbst mit mäßigem Erfolg in der Porzellanherstellung und darf am Ende auf dem "Steg der Wünsche" Porzellan in die Tiefe werden, das ich vorher mit einer Geheimtinte mit meinen Wünschen beschrieben habe. Mögen die Scherben Glück bringen.

Info: www.leuchtenburg.de

 

Infos über Thüringen auf

www.thueringen-entdecken.de

Weitere Insider-Tipps auf

www.salzburg.com/rajchlreist

 

Hinweis: Die Videos entstanden im Rahmen einer entgeltlichen Kooperation mit den Salzburger Nachrichten und der Thüringer Tourismus GmbH.

Kommentare

Kommentar von Barbara Kösling |

So ein schöner Erlebnisbericht über Highlights in meiner Heimat Thüringen, eine Liebeserklärung geradezu, aber es wundert mich nicht, weil mein Freund und Co-Autor Christian Hill einen Anteil daran hatte.
Mit den besten Grüßen
Barbara Kösling, Kahla

Antwort von Claudius Rajchl

Liebe Frau Kösling,

es freut mich, dass Ihnen mein Bericht gefällt. Es war ja auch wirklich eine wunderbare Zeit in Thüringen. Und Christian Hill hat mir auf so sympathische Weise Jena gezeigt! Lassen Sie ihn ganz lieb grüßen - auch Ihnen liebe Grüße und viel Freude mit meinen weiteren Reiseberichten!

Claudius Rajchl

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